Es wird grün: Bit­ter­felds Bahn­hofs­ge­bäu­de im Roh­bau fer­tig

16.04.2024

Neu­es Emp­fangs­ge­bäu­de aus re­cy­cel­tem Alu­mi­ni­um in Bern­stein­op­tik  •  Be­grün­tes Dach mit Pho­to­vol­ta­ik und kli­ma­neu­tra­le Fern­wär­me  •  WLAN und Schließ­fä­cher für mehr Rei­sen­den­kom­fort  •  Zu­künf­tig be­que­mer mit Rad, Bus und Pkw zum Bahn­hof

Aktueller Bauzustand des Bahnhof Bitterfeld im April 2024

BIM-Visualisierungen des zukünftigen Bahnhofsgebäudes

Seit der Grund­stein­le­gung im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res hat die Deut­sche Bahn (DB) das neue Emp­fangs­ge­bäu­de im Roh­bau fer­tig­ge­stellt. Ab Mai wird die Fas­sa­de des Bau­werks ge­schlos­sen und das Dach ab­ge­dich­tet. Im Früh­som­mer be­gin­nen die um­fang­rei­chen In­nen­aus­bau­ar­bei­ten. Bis Ende des Jah­res soll ei­nes der nach­hal­tigs­ten Emp­fangs­ge­bäu­de in Deutsch­land sei­ner Be­stim­mung über­ge­ben wer­den. 

Der Bund, die DB und das Land Sach­sen-An­halt in­ves­tie­ren zu­sam­men 15,7 Mil­lio­nen Euro in den Neu­bau des Emp­fangs­ge­bäu­des. Die Stadt Bit­ter­feld-Wol­fen und das Land Sach­sen-An­halt set­zen wei­te­re 7 Mil­lio­nen Euro für die Um­feld­ge­stal­tung des Bahn­hofs ein.

Bilder vom Rohbau neues Empfangsgebäude Bahnhof Bitterleld

Mar­tin Wal­den, Kon­zern­be­voll­mäch­tig­ter der DB für Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen: „Klot­zen, nicht kle­ckern – das ha­ben wir hier un­ter Be­weis ge­stellt: Nach ei­nem hal­ben Jahr Bau­zeit sind die Um­ris­se des neu­en Emp­fangs­ge­bäu­des schon deut­lich zu er­ken­nen. Der neue Bahn­hof wird ein wah­rer Ge­winn für Mensch und Um­welt. Un­se­re Rei­sen­den kön­nen sich auf ei­nen hel­len, mo­der­nen und bar­rie­re­frei­en Bahn­hof freu­en.“

Sven Hal­ler, Staats­se­kre­tär im Mi­nis­te­ri­um für In­fra­struk­tur und Di­gi­ta­les des Lan­des Sach­sen-An­halt: „Es ist schön zu se­hen, wie hier ein hoch­mo­der­ner, kli­ma­neu­tra­ler Bahn­hof ent­steht. ICE, S-Bahn und Bus sind heu­te schon in Bit­ter­feld bes­tens ver­knüpft und ein wah­rer Stand­ort­vor­teil. Das neue Emp­fangs­ge­bäu­de mit dem auf­ge­wer­te­ten Bahn­hofs­um­feld trägt die­sem Aspekt künf­tig noch stär­ker Rech­nung und wird das Stadt­bild nach­hal­tig prä­gen. Die Gel­der aus dem Struk­tur­wan­del sind hier sehr gut an­ge­legt.”

Ar­min Schenk, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Bit­ter­feld-Wol­fen: „Mit dem Neu­bau des Bahn­hofs durch die Deut­sche Bahn AG und der Neu­ge­stal­tung des Vor­plat­zes durch die Stadt fin­det eine enor­me Auf­wer­tung des Schie­nen­ver­kehr-Dreh­kreu­zes und des Ein­gangs­tors von Bit­ter­feld statt. Das ist eine be­deu­ten­de Wei­chen­stel­lung für die Zu­kunft, denn wir brau­chen mo­derns­te Mo­bi­li­tät­an­ge­bo­te, um Un­ter­neh­men und Fach­kräf­te von der Re­gi­on zu be­geis­tern.“

Die Stadt Bit­ter­feld-Wol­fen ge­stal­tet das Bahn­um­feld und den Vor­platz neu: Mit dem er­neu­er­ten Zen­tra­len Om­ni­bus­bahn­hof (ZOB) so­wie Park­mög­lich­kei­ten für Pkw und über 100 Fahr­rä­der wird für Rei­sen­de das Um­stei­gen auf die kli­ma­freund­li­che Bahn ein­fa­cher.

Das hat das neue Emp­fangs­ge­bäu­de zu bie­ten

Das neue Ge­bäu­de bie­tet Platz für ein Rei­se­zen­trum, eine Bä­cke­rei mit Café im In­nen- und Au­ßen­be­reich, ei­nen Zeit­schrif­ten­la­den so­wie Räu­me für die Bun­des­po­li­zei, die Bahn­hofs­mis­si­on und die an­säs­si­gen Ver­kehrs­un­ter­neh­men. Aber auch kos­ten­lo­ses WLAN, Schließ­fä­cher, öf­fent­li­che und bar­rie­re­freie WCs so­wie Geld- und Ti­cket­au­to­ma­ten wer­den vor Ort zur Ver­fü­gung ste­hen. Eine Pack­sta­ti­on wird un­ab­hän­gig von Öff­nungs­zei­ten das Ab­ho­len von Pa­ke­ten er­mög­li­chen.

Der Neu­bau wird ein ech­ter Kli­ma­star: Eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf dem Dach deckt den Strom­be­darf des Neu­baus. Die Ober­lich­ter und die Glas­fron­ten mit Vo­gel­schutz­ver­gla­sung sor­gen für ei­nen freund­li­chen und hel­len In­nen­raum, da­mit ist we­ni­ger künst­li­che Be­leuch­tung nö­tig. Be­heizt wird das Ge­bäu­de mit kli­ma­neu­tra­ler Fern­wär­me. Das Dach er­hält eine Be­grü­nung mit pfle­ge­leich­ten hei­mi­schen Pflan­zen. Die­se bie­tet nicht nur Le­bens­raum für In­sek­ten und an­de­re Tie­re, son­dern ver­bes­sert auch die Luft­qua­li­tät und spei­chert Re­gen­was­ser. Die Dach­be­grü­nung wirkt zu­dem iso­lie­rend: Sie schützt das dar­un­ter­lie­gen­de Ge­bäu­de im Som­mer vor Hit­ze und im Win­ter vor Käl­te – das spart En­er­gie­kos­ten.

Die Fas­sa­de des Neu­baus ist in sei­ner gold-bron­ze-kup­fer­nen Farb­ge­bung vom Bit­ter­fel­der Bern­stein in­spi­riert und be­steht aus re­cy­cel­tem Alu­mi­ni­um. So spart die DB 95 Pro­zent der CO₂-Emis­sio­nen, die im Ver­gleich durch die Her­stel­lung neu­en Alu­mi­ni­ums ent­stün­den. Lo­ka­le Un­ter­neh­men wer­den in die Um­set­zung ein­ge­bun­den.

Mit ih­rer Kon­zern­stra­te­gie „Star­ke Schie­ne“ macht die Deut­sche Bahn ihre Bahn­hö­fe zu Dreh­schei­ben mo­der­ner Mo­bi­li­tät, um mehr Men­schen von der kli­ma­freund­li­chen Bahn zu über­zeu­gen. Den Bahn­hof Bit­ter­feld be­su­chen durch­schnitt­lich 7.000 Men­schen pro Tag. Die S-Bahn Mit­tel­deutsch­land ver­bin­det Bit­ter­feld mit Leip­zig, Lu­ther­stadt Wit­ten­berg, Hal­le (Saa­le) oder Mag­de­burg. Mit dem ICE geht es über Er­furt nach Mün­chen und Frank­furt am Main so­wie über Ber­lin nach Ham­burg und an die Ost­see.